Außen- und Sicherheitspolitik
Friede zu Hause - Friede in der Welt (Mustafa Kemal)
Mit diesem Zitat des Gründers der türkischen Republik, Mustafa Kemal, kann man eigentlich einen Auftrag an die Politik der Türkei nach innen wie außen verbinden: Friede nach innen bedeutet unter anderem das friedliche Beenden des seit nunmehr einem Vierteljahrhundert andauernden Kurdenkonfliktes. Friede nach außen hingegen legt den Auftrag an die türkische Außenpolitik nahe, sich für eine friedliche Beilegung bestehender Konflikte zu engagieren. In den USA wie Europa wird die Türkei in den vergangenen Jahren zunehmend als Akteur gesehen, der in regionalen Konflikten vermittelnd auftreten kann. Seitdem die AKP an der Regierung ist, erhoffen sich viele Strategen darüber hinaus, dass die Türkei sowohl als Modell fungieren als auch auf besondere Akzeptanz als Vermittler im Nahen und Mittleren Osten stoßen kann. Jedoch legt das Zitat von Mustafa Kemal auch nahe, dass eigentlich nur beides gleichzeitig realisierbar ist. Eine rein an strategischen Interessen orientierte Haltung gegenüber der Türkei wäre mit Sicherheit nicht im Interesse derjenigen, die sich für eine demokratische Türkei engagieren. Die türkische Regierung schwankt bis heute, welche Rolle sie in der Region übernehmen möchte und wie sie diese mit ihren nationalen Interessen in Einklang bringen kann. Ob sich die Türkei von dem kemalistischen Prinzip in ihrer Außenpolitik wirklich leiten lässt und was die Umsetzung dieses Auftrages in der Realität bedeuten würde, ist Schwerpunkt der Arbeit im Bereich Außenpolitik. Konkret fragen wir nach:

Welchen Beitrag kann die Außenpolitik der Türkei zur Verbesserung der bilaterialen Beziehungen zu den Nachbarstaaten leisten?

Welche Rolle sollte die Türkei in der Region Südkaukasus einnehmen?

Welche Werte prägen die gegenwärtige Außenpolitik der Türkei?

Aussenpolitik
BÖLL EXPERTS MEETING

For many years, the Heinrich-Böll-Stiftung has been an observer of Turkey’s foreign and regional policy.  Both the domestic and the external debates are usually dominated by the questions whether or not Turkey is to conduct a  proactive foreign policy  and how far Turkey is operating within the parameters of its Western allies.  Simultaneously, the question is often asked whether Turkey is able to fulfil the role as a bridge and mediator between East and West and if Turkey can even be considered a role model as a secular Muslim democracy... To take a deeper and more comprehensive look at the evolving Turkish foreign policy, the Heinrich-Böll-Stiftung has been conducting a series of meetings in Istanbul, Berlin and Brussels. more»

Öffnungspolitik im Innern – neue Chancen in der Außenpolitik19. Oktober 2009 - Gemeinsam mit dem Referat für Außen- und Sicherheitspolitik der Heinrich Böll Stiftung in Berlin beginnt das Türkeibüro heute einen neuen Schwerpunkt zu den Perspektiven der Außenpolitik der Türkei. 

Der Zeitpunkt hätte nicht günstiger gewählt werden können: Wie selten zuvor legt die Türkei die Grundlagen dafür, dass sie in der Region Naher und Mittlerer Osten sowie in Richtung Südkaukasus eine bisher zwar gewünschte, de facto aber nicht einzunehmende Rolle übernehmen kann.

Dr. Ulrike Dufner mehr»

Veranstaltungsreihe

Foreign Policy of Turkey - debated – The Heinrich Böll Stiftung Turkey Representation wants to start a new program on diverse aspects of Turkey’s foreign policy. The aim of this program is on the one hand to incite a debate about values and ethics in foreign policy as well as to question European and transatlantic approaches towards Turkey’s possible role, as we cannot deny the impression of ambiguity and sometimes missing seriousness on behalf of international actors mehr»

BETWEEN EUROPEANIZATION AND EURO-ASIANISM – In this article Professor Ziya Önis and Assistant Professor Suhnaz Yilmaz are analyzing Turkey's foreign policy in the area of the AKP government. According to the authors the foreign policy of the Turkish government since 2005 shifted from an all out Europeanization drive to a "soft Euroasianism" strategy. This strategy refers not only to a shift of foreign policy orientation focussing more on the former Soviet space and the Middle East. Soft Euroasianism also expresses a foreign policy pursued with respect to all neigboring regions, but with no firm EU axis as was previously the case mehr»

Dossier

A Thaw in Turkish-Armenian Relations20. Mai 2009 - - Turkey and Armenia may be on the verge of a major breakthrough in bilateral relations. The border between the two countries, closed for a decade and a half, may soon re-open. What would an opening mean for the two countries? What has made the rapprochement possible? This dossier combines expert analyses and interviews with political leaders to give a deeper insight into a complex region mehr»