Datum: Dienstag, 13. April 2010 , 18:30 – 20:30 Uhr
Ort: Beletage der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin-Mitte
Eintritt frei
mit:
Pinar Selek – Soziologin und Autorin aus der Türkei
Ulrich Bröckling – Professor für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg
Andreas Heilmann –Lehrbereich Soziologie der Arbeit und der
Geschlechterverhältnisse, Humboldt Universität Berlin
Ahmet Toprak – Professor für Erziehungswissenschaften, FH Dortmund
Moderation:
Ulrike Dufner – Büroleiterin Istanbul, Heinrich-Böll-Stiftung
Simultanübersetzung Türkisch – Deutsch - Türkisch
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Information:
Ewa Peteja, T 030.285 34-386, E peteja.ewa@boell.de
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Dt. Text: Paul Sonderegger
In vielfältigen Beiträgen hat die Frauen- und Geschlechterforschung aufgezeigt, dass die Frage, wie Menschen zu Frauen und Männern werden, nicht einfach mit dem Hinweis auf biologische Unterschiede der Geschlechter beantwortet werden kann. Damit hat sie den Blick geöffnet auf das komplexe Zusammenwirken von sozialen, kulturellen und biologischen Faktoren bei der Entstehung von Geschlechtsidentitäten. Nachdem lange Zeit v.a. Frauen und Geschlechterverhältnisse Gegenstand des Schreibens und Forschens waren, sind in den letzten Jahren zunehmend auch Männer in den Blick der Medien und des politischen Feuilletons, aber auch von Forschung gerückt: Wie werden aus Menschen Männer? Was bedeutet Mannsein und Männlichkeit heute, vor dem Hintergrund der Forderung nach Gleichberechtigung der Geschlechter?
In ihrem Buch «Zum Mann gehätschelt. Zum Mann gedrillt.» geht die bekannte türkische Soziologin Pinar Selek, die 2009 im Heinrich-Böll-Haus Langenbroich zu Gast war, diesen Fragen in der Türkei nach. Dort wird der Prozess des Mann-Werdens von so einschneidenden Erlebnissen wie Beschneidung, Militärdienst,
Arbeitssuche oder Heirat markiert. In 58 Interviews äußern sich Männer aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zu ihrer Sozialisation, ihrem Militärdienst und ihren Empfi ndungen während dieser Zeit.
Mit dem Anspruch, Mannsein nicht nur in der Türkei, sondern auf universeller Ebene zu hinterfragen, lädt das Buch zu einer generellen Diskussion darüber ein, wie eine sexistisch-patriarchalische Kultur nicht nur Frauen, sondern auch Männer unterdrückt.
Im Anschluss an die Präsentation des Buches diskutieren Männlichkeitsforscher aus Deutschland mit Pinar Selek über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Konstruktion von Männlichkeit(en) und Mann-Sein in Deutschland und der Türkei.
Pinar Selek
«Zum Mann gehätschelt. Zum Mann gedrillt.
Männliche Identitäten»
Orlanda Verlag GmbH,
März 2010, 240 Seiten, 14,90 €,
ISBN 978-3-936937-73-2




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